Während die Emotionen zum Thema Stuttgart21 überkochen und die Schlichtung vor allem erstmal Ruhe in die Sache bringen soll, ist vielen Menschen noch gar nicht klar, um was genau es eigentlich beim Bauprojekt Stuttgart21 geht.

1. Umbau zum Durchgangsbahnhof
Der Bahnhof in Stuttgart soll eine neue Bahnsteighalle bekommen, d.h. das der künftige Bahnhof kein Kopfbahnhof mehr sein wird, sondern zu einem Durchgangsbahnhof umgebaut wird. Dabei wird auch die Gleisführung massiv verändert, so dass das gesamte Bahnhofsgelände von massiven Veränderungen betroffen sein dürfte. Die Bahnsteige selbst werden unterirdisch angelegt, wenn auch durch moderne Technik via Tageslicht beleuchtet. Auch ein energeisparendes Belüftungskonzept hat man sich einfallen lassen.


2. Warum einen Durchgangsbahnhof?
Zur Auslastung des aktuellen Kopfbahnhofes werden aktuell verschiedene Daten veröffentlicht. Die Befürworter des Projektes berufen sich auf eine hohe Auslastung und damit einer Belastung für den künftigen Schienenverkehr. Der zu schaffende Durchgangsbahnhof wird über acht statt der bisherigen fünf An- und Abfahrtsgleise verfügen und damit eine erhebliche Kapazitätsaufstockung erzielen.

3. Komfortabler Umsteigen

Künftig wird man im neuen Durchgangsbahnhof schneller und komfortabler umsteigen können. Der Bahnhof und die Gleisanlagen werden so konzipiert, dass die Reisenden wenig Zeit verlieren und die üblichen Umsteigewege kurz und direkt erreichbar sind.

4. Verbesserung der regionalen Anbindung

Durch die Neuordnung des Bahnhofs werden die regionalen Verbindung ebenfalls ausgebaut, insbesondere was die Strecke von Tübingen nach Heilbronn angeht, die dann über Stuttgart umsteigefrei verbunden werden kann.

5. Die Anbindung nach Ulm/München

Die aktuelle Anbindung nach Ulm und München ist recht alt und limitiert die ICE-Züge der neuesten Generation auf einigen Teilabschnitten auf eine Höchstgeschwindigkeit von 70 KM/h. Die Anbindung nach München und Ulm würde sich mit Stuttgart21 verbessern, da die Anbindung Wendlingen-Ulm in Zukunft auf einer modernen Trasse paralell zur Autobahn A8 verlaufen würde.

Gegenargumente zu Stuttgart21

1. Die explodierenden Kosten

Das Milliarden-Projekt Stuttgart21 wird nach aktuellen Schätzungen weit über dem ursprünglich kalkulierten Kostenrahmen hinauslaufen. Angesichts hoher Haushaltsdefizite und Rekordverschuldung sehen viele Bürger eine Gefahr in der Umsetzung dieses Prestigevorhabens. Viele Bürger zweifeln zudem an dem Nutzwert, der zwar im Grunde nicht bestritten, aber viel kleiner eingeschätzt wird.

2. Großbaustelle mit ungewisser Bauzeit

Kritiker bemängeln, dass die geschätzte Bauzeit nicht eingehalten werden dürfte und befürchtet einen Abschluss des Bauvorhabens nicht vor 2025 – bei einer do großen Baustelle wie bei Stuttgart21 eine nicht unerhebliche Belastung für die Stuttgarter Bürger.

3. Qualität der Planungen

Nicht nur die Sicherheitsbedenken des Eisenbahnbundesamtes, die durch eine Sondererlaubnis des Verkehrsministers umgangen wird, trägt dazu bei, dass den Kritikern angesichts planerischer Mängel viele Vorwürfe gemacht werden. So existieren die “leichten, schnellen Güterzüge”, die eines der Kernargumente für den bau von Stuttgart21 sind, aktuell gar nicht…

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